Wie alle gute Kunst ist auch die Rainer Eckes zweck-, aber nicht sinnlos. Ihr Gebrauchswert liegt nicht im Sinne des kapitalen Spekulationsobjekt, sondern im hochgehaltenen Anspruch der Avantgarde, Kunst und Leben miteinander zu versöhnen. Alltägliches, scheinbar banales Material wird in ästhetisch Verführerisches umformuliert. Dabei spielt die Grenzdurchlässigkeit, die Durchmischung von High und Low, nicht zuletzt das angestammte »Nein-Nein« der künstlerischen Moderne, die standhafte Verweigerung des erhebend-erhabenen Kunstwerks, eine entscheidende Rolle. Weder das Häßliche noch das Schöne werden dabei verweigert oder bewertet, sondern beobachtet und mit einem liebenden Blick als künstlerisches Projekt umgesetzt, das sich dann im Alltäglichen behaglich einrichtet.
Bernd Künzig